Project Australia

Einmal bis ans Ende der Welt und zurück

Hyams Beach – Merimbula

Von am 6. Februar 2012. Abgelegt in Allgemein

Die letzten Tage ist nicht wirklich viel passiert, deshalb ist leider kein großer Eintrag zustande gekommen.

Jetzt, nach fünf Tagen des Schweigens, hat sich wieder etwas angesammelt, sodass hier die Spinnweben nun entfernt werden können -womit wir auch schon bei einem Thema wären, aber alles chronologisch zu seiner Zeit.

Die Ortschaften in denen wir zuletzt waren hießen Batemans Bay, Narooma und Merimbula, welche ca. 180 km an der Küste entlang verteilt sind.

Vorab muss ich gestehen, war bis auf gestern, den 5. Februar, mal wieder das Wetter sehr europäisch, sodass bei unserem ersten Halt in Batemans Bay nur die Stadt etwas erkundet werden konnte und der bezaubernde Strand links liegen gelassen werden musste – mehr gab es hierzu auch nicht zu erkunden/berichten, weshalb wir direkt weiter nach Narooma geschippert sind.

In Narooma, einem wunderschönen 3000 Einwohner Fleckchen, konnten wir zumindest ein wenig mehr Sightseeing betreiben, jedoch auch nur begrenzt, da der Wetterbeauftragte es noch nicht gut mit uns meinte.

Regen-/Temperaturbedingt war also nun endlich mal Zeit sich intensiv um Günther zu kümmern. Günther, unser Auto, wurde durch die Vorbesitzer und einem wirklich sehr schlechten Innenausbau (wir tippen auf Franzosen) ziemlich massakriert. Die Bettkonstruktion, bzw. der Versuch ein Bett zu bauen, ging gewaltig in die Hose. Wer das fabriziert hat, dessen Haus möchte ich gerne mal sehen, wobei ich vielleicht darauf tippe das der Franzose in irgendeiner Grube lebt, denn mehr wie ein Loch ausheben kann so einer gewiss nicht. Die Beschreibung der lustlosen Lagerung der Kisten im Heckbereich, erspar ich euch.

Da wir als Reisende gerade unser Werkzeug nicht in Reichweite hatten, um Günther zu erlösen, hatten wir spontan eine kleinen Baumarkt angesteuert, der uns prompt Zugriff auf alles was so keucht und fleucht, gewährt hatte. Schwer bewaffnet ging es ans Eingemachte um dem Übel ein Ende zu setzen. Günther konnte relativ schnell befreit und neu gestaltet werden. Der freundliche Baumarktbesitzer stand uns immer mal zur Seite und hat selbst auch die Kreissäge geschwungen, wenn gerade keine anderen Kunden da waren – ein echter Aussie eben.

-Bilder folgen-

Nach dem erfolgreichen Projekt und ca zwei Stunden Fahrt mit dem gut gelaunten Günther, ging es weiter nach Merimbula, wo wir nur knapp zwei Freunde (die aus den Blue Mountains) verpassten – wir sind ihnen dicht auf den Fersen.

Wie es der Zufall eben so will, gab es zum Ausgleich zwei andere Freunde, die auch gerade in Merimbula residieren – Australien ist echt ein Kaff.

Die beiden Mädels hatten noch einen Italiener und Pedro im Schlepptau. Pedro, so nennt der Italiener sein Vehicle, und Günther wurden auf dem 4,5 Sterne Campingplatz (Man gönnt sich ja sonst nix) zum gegenseitigen kennenlernen nebeneinander platziert. Die beiden hatten sich prächtig verstanden und auch Petrus hatte Erbarmen mit uns und spontan einen 30 Grad Strandtag spendiert. Endlich! Ob er wusste das ich den Tag darauf (heute) Geburtstag hab? Man munkelt es jedenfalls.

Den Tag konnten wir perfekt bei dem ein oder anderen Bier ausklingen lassen und formell (10 Std Zeitverschiebung zum deutschen 6.2) anstoßen.

- Bild folgt -

Nach 40 Dollar investiertem Bier (festhalten: nicht mehr wie ein Kasten), einer kurzen Nacht und einer erfrischenden Dusche in der Früh, geht es heute mit Günther und Pedro nun weiter Richtung Lake Entrance (ca. 200km), wo wir die beiden anderen Kollegas vermuten.

Für die Strecke, auf der wir uns aktuell auch noch befinden, ist definitiv volltanken Pflicht! Erst kürzlich gabs eine Aktion nirgendwo im irgendwo, bei der wir kaum noch Saft im Tank hatten und nur durch gutes Zureden und Komplimenten an Günther, eine rettende Tankstelle erreichten – Ich hatte mich schon auf einen längeren Fußmarsch eingestellt.

Bild 1 siehe unten

Die Tankstelle bzw. der Zapfhahn war unbesetzt und ging auch erst nach der dritten (!) Kreditkarte. Ein Glück das wir gut vorbereitet sind.

Auf dem Weg zur letzten Tankstelle, diesmal eine richtige, die auch meine deutsche Kreditkarte bedingungslos annahm, hatten wir einen mehrbeinigen Passagier an Bord und plötzlich mitten auf der Windschutzscheibe (natürlich innen!).

Für meinen europäischen Maßstab ca. mittelgroß und auf den ersten Blick gefährlich. Die wieder mal rettende Tanke war noch ca. 250 Meter entfernt – für mich aber fast zu weit entfernt, als das Teil im Fußbereich verschwand, wollte ich raus. Jo behielt aber die Nerven und hat Günther noch souverän am Zapfhahn platziert.

Nun aber raus hier und Insekten(wasauchimmer)spray holen, griffbereit an der Schiebetür natürlich gelagert- sind schliesslich nicht zum Spaß hier, sondern auf der Jagd!

Dann kam die Entwarnung, eins zu null für Thüringen, die Evolution hat gegen so eine Waffe (nicht Thüringen, sondern das Spray) keine Chance gehabt. Der Tankwart, der unser Schauspiel beobachtet hatte, konnte sich beim bezahlen natürlich einen kleinen Schwank nicht verkneifen. Seiner Ansicht nach war die Spinne nicht so gefährlich und wir hätten sie doch einfangen und freilassen sollen, wohlgemerkt mit einem breiten grinsen im Gesicht. Ich liebe das Volk hier – wenn ich Deutschland mal verlassen sollte, dann garantiert hierher und genau wegen solchen Leuten (siehe auch oben, Baumarkt). Ein längeres Statement was ich allgemein und aktuell von den Menschen in Deutschland halte, erspar ich euch – lernt selbst mal eine andere Mentalität kennen, dann könnt ihr mir folgen.

Mit diesen doch mal kritischen Worten schließe ich den Eintrag für heute und beende das wacklige getippe auf dem iPhone – zur Info, unser Tagesziel Lake Entrance ist noch ca. 70 km entfernt.

Bild 1
Man beachte das volle Netz, die Uhrzeit die Entfernung zur Tanke. Günther hat zur der Zeit schon mehrfach den leeren Tank reklamiert.

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